Ausflüge & Umgebung Natur

Naturpark Ammergauer Alpen

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Thorsten Unseld, Pürschling

Ein Gastbeitrag, für den wir uns beim Naturpark-Fachmann Klaus Pukall und den Ammergauer Alpen herzlich bedanken!

Landschaftliche Vielfalt im Naturpark Ammergauer Alpen

Der Naturpark ist daher besonders vielfältig, da er sowohl in den Kalkhochalpen und den Voralpen als auch im Ammer-Loisach-Hügelland liegt. In die Gebirgslandschaft können Sie am schnellsten am Hörnle eintauchen. Ohne die Almwirtschaft stände man am Hörnle buchstäblich im Wald. Die Wälder sind geprägt durch eine Jahrhunderte lange Nutzung – der Name von Bad Kohlgrub verweist auf das Handwerk der Köhlerei, also der Holzkohleherstellung, das am Hörnle intensiv ausgeübt wurde. Die heutigen Fichtenwälder entstanden auf übernutzten Flächen, die auch noch intensiv für die Weide genutzt wurden. Heute hat sich die Almnutzung weitgehend auf die Gratlagen zurückgezogen. Nur die Westseite des Mittleren Hörnles von Unterammergau aus verdeutlicht noch die intensive Wiesen- und Weidenutzung in den Flyschbergen – fast bis zum Wildeck hinauf ergeben sich somit für den Wanderer schöne Tief- und Weitblicke in die Ammergauer Alpen. Besuchen sie das Hörnle, unseren Zeitberg, lassen Sie dort die Hektik des Alltags zurück und tauchen Sie in die Urzeit, Brutzeit, Weidezeit und Generationszeit ein.

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Peter Hutzler, Gebirgslandschaft Hoernle

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Peter Hutzler, Gebirgslandschaft Hoernle

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Thorsten Unseld, Pürschling

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Thorsten Unseld, Pürschling

Wildflusslandschaft in den Ammergauer Alpen 

Die Ammer floss früher über den Ettaler Sattel in die Loisach – erst seit der letzten Eiszeit bog die Ammer nach Norden ab und grub sich zwischen Altenau und Peißenberg bildete sich dabei die großartige, bis zu 60 m tiefe Ammerschlucht. Der „Grand Canyon“ der Region durchsägt als einzigartiger Naturaufschluss die gesamte Schichtenfolge der subalpinen Molasse. Die Ammerschlucht lernen Sie am besten auf dem Meditationsweg kennen, der vom Soier See zur Scheibum führt. Am Felsdurchbruch Scheibum nähern sich die Nagelfluh- und Sandsteinwände auf 9 m. Der Name „Scheibum“ bedeutet im Bayerischen „ringsherum“ und nimmt damit Bezug zu den runden Gumpen, in denen nach den Engstellen die Ammer teilweise im Kreis herum fließt.

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Matthias Neubauer, Wildfluss an der Halbammer

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Matthias Neubauer, Wildfluss an der Halbammer

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Daniela Bloechinger, Scheibum

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Daniela Bloechinger, Scheibum

Moorlandschaft in den Ammergauer Alpen 

Die Moorlandschaft liegt unmittelbar vor unserer Haustür – lernen Sie das Moor auf dem Moorlehrpfad mit allen Sinnen kennen. Wieso gibt es im Ammergau so viele Moore? Einerseits liegt das an den Eiszeiten, die hier verlandete Seen und durch die Grundmoränen ein vielfältiges Kleinrelief mit kleinräumig sich ändernden Wasserverhältnisse hinterlassen haben, so dass sich vielfältig miteinander vernetzte Nieder-, Zwischen- und Hochmoorkomplexe bilden konnten. Andererseits ist hier die Landwirtschaft noch sehr kleinstrukturiert und vielfach in Genossenschaften organisiert – eine Nutzungsintensivierung mit Entwässerung der Moore fand nur selten statt. Mehr zur Nutzung des Moores als Heilmittel auf unserer Gesundheitsseite im Blog>>

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Marlies Heinz, Moor

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Marlies Heinz, Moor

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Marlies Heinz, Moor

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Marlies Heinz, Moor

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Marlies Heinz, Moorlandschaft

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Marlies Heinz, Moorlandschaft

Wiesenlandschaft in den Ammergauer Alpen 

Das Insektensterben ist gerade in aller Munde – bei uns können Sie noch die vielfältigen, blumenreichen Wiesen erleben, das Zirpen der Grillen, das Spiel der Schmetterlinge. Die Ammergauer Wiesmahdhänge am Unterhang von Aufacker und Hörnle sind neben den Mittenwalder Buckelwiesen das wichtigste südbayerische Erhaltungszentrum für historische geprägte Extensiv- und Magerwiesen. Unmittelbar an unserem Hotel startet der Haselbachweg, auf dem Sie die Blumen der Streuwiesen und Weiden zu jeder Jahreszeit neu entdecken können.

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Simon Bauer, Wieselandschaft

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Simon Bauer, Wieselandschaft

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Manfred Müller, Knabenkraut Wiesenlandschaft

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Manfred Müller, Knabenkraut Wiesenlandschaft

© Ammergauer Alpen GmbH, Apollo-Falter

© Ammergauer Alpen GmbH, Apollo-Falter

Waldlandschaft in den Ammergauer Alpen 

Verknüpfen Sie den Besuch des Schlosses Linderhof und des Klosters Ettal mit einem Einblick in die Wälder. Der neue Waldblickweg der Bayerischen Staatsforsten verbindet die kulturellen Highlights des Naturparks mit einem Einblick in die heimischen Wälder – das Graswangtal war über Jahrhunderte der Bannwald des Klosters – mehr Waldeinsamkeit als im Graswangtal finden Sie selten in Deutschland.

Bergahorn, Bergulme, Winterlinde, Esche, seltene Farne und Moose –zusammen finden Sie die Bäume in der Ludwigschlucht in Bad Kohlgrub. Entlang des neu errichteten Timberland-Trails entdecken Sie den Aufbau der Bäume von der Rinde bis zum Kernholz. Sie können Baumkronen bewundern und erleben, wie der Waldboden Wasser aufnimmt, speichert und hilft, daraus Trinkwasser zu machen.

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Bernd Ritschel, Waldlandschaft

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Bernd Ritschel, Waldlandschaft

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Thomas Bichler, Waldlandschaft Wanderung

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Thomas Bichler, Waldlandschaft Wanderung

Rücksichtsvoll im Naturpark unterwegs

Besonders Moore und Wiesen sind sehr sensible Landschaftsräume, die Ihrer Rücksichtnahme bedürfen. Wenn Sie sich an folgende Hinweise halten, vermeiden Sie Schäden in der Natur.

  • Bleiben Sie auf den bezeichneten Wegen – gerade in Mooren und Wiesen gehen gerade die seltenen Pflanzen schnell ein und übrig bleibt nur offener Boden oder Allerweltsarten.
  • Halten Sie Ihren Hund an der Leine – Kühe sind echte Feinschmecker: Sie fressen am liebsten Gras – tagtäglich etwa zwei Badewannen voll. Am liebsten mögen Kühe frisches, sauberes Gras, ihnen graust vor Hundekot. Auf der Weide machen sie deshalb einen großen Bogen um den Kot. Beim Futter wird es da schon schwerer. Es reicht schon leicht verschmutztes Gras, um die Weidetiere zu schädigen. Schon wenn geringe Hundekotmengen in die Futterraufe gelangen, können die Tiere krank werden.
  • Begegnen Sie auf eingezäunten Weiden den Kühen mit genügend Respekt – Mit Kühen ist nicht immer gut Kirschen essen. Vor allem Mutterkühe mit Kalb fühlen sich von Menschen, vor allem wenn Sie mit Hund oder Fahrrad unterwegs sind, schnell bedroht und verteidigen sich und ihr Junges wenn nötig vehement. Das kann für Mensch und Hund sehr gefährlich werden. Halten Sie den Hund an der Leine, wenn sie an einer Weide vorbei gehen oder sie durchqueren. Versuchen Sie nie, junge Kälber zu streicheln oder zu füttern.
© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Florian Wagner; Hund an der Leine

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Florian Wagner; Hund an der Leine

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Stephan de Paly, Kühe

© Ammergauer Alpen GmbH, Foto: Stephan de Paly, Kühe

Zum Autor Klaus Pukall:

Der Forstwirt und Dozent Dr. Klaus Pukall (geb. Wagner) ist einer der beiden Naturpark-Koordinatoren, die seit Mai 2018 für den Naturpark Ammergauer Alpen zuständig sind. Pukall, der seit 2000 am Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik der Technischen Universität München (TUM) als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist, kennt sich durch diverse Forschungsprojekte und seine Tätigkeit für die Bergwald-Offensive in Oberammergau und Bad Kohlgrub bestens in der Naturparkregion aus. Sein Ziel ist es, die historisch gewachsene Kulturlandschaft erhalten, gemeinsam mit den Grundbesitzern weiterentwickelt und an die Herausforderungen der intensiven Freizeitnutzung, des zunehmenden ökonomischen Drucks in der Forst- und Landwirtschaft sowie des Klimawandels anzupassen. Von Maßnahmen wie Besucherlenkungskonzepten oder Pflege und Erhalt der Wiesmahdflächen profitieren Natur, Einheimische und Besucher.

Dr. Klaus Pukall für den Naturpark Ammergauer Alpen

Dr. Klaus Pukall

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